Stolpersteine in 2011

Gedenkfeier für Carl und Hedwig Hartogsohn am 1. November im Heimchenweg 47, Frankfurt am Main

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Meine Tätigkeit im Bistum Limburg begann 1988 mit einer Reise nach Polen. Der Besuch von Ausschwitz hat sich damals bei mir tief in meine Erinnerung eingegraben. Sicher war dies mit ein Grund für mich, als Pastoralreferent in unserer Gemeinde am 2. November 2011 für den ehemaligen Kantor und Religionslehrer der Synagoge in Höchst, Carl Hartogsohn, die Patenschaft bei der Verlegung des Stolpersteins zu übernehmen. Die Patenschaft für seine Frau Hedwig Hartogsohn übernahmen Pastoralreferentin Bettina Ickstadt und die Gemeinde St. Johannes Apostel in Unterliederbach.

Weil ich weiß, was es heißt, Religionslehrer zu sein und in einer Gemeinde zu arbeiten, ist es mir wichtig, mit dem Stolperstein für Carl Hartogsohn die Erinnerung aufrecht zu erhalten, auch an die ehemalige Jüdische Gemeinde in Höchst und an unsere damals vertriebenen Mitbürger.

Carl Hartogsohn wohnte mit seiner Frau Hedwig am Heimchenweg 47 insgesamt nur ein Jahr und knapp 4 Monate bis ihm gekündigt wurde. Während die Höchster Synagoge am 10. November 1938 brennt und die letzten jüdischen Geschäfte demoliert und geplündert werden, sind die beiden noch hier. Der anschließenden Verhaftung im Rahmen der „Judenaktion“ kann Carl nur entkommen, weil er im Krankenhaus ist. 

Aus Frankfurt werden sie mit der zweiten große Deportation am 11. November 1941 mit 1048 Menschen, darunter auch die Eltern von Hede Hartogsohn und fünf Schwestern von Carl Hartogsohn aus Frankfurt ins Ghetto Minsk deportiert und dort umgebracht.

Da war Carl Hartogsohn 36 Jahre und seine Frau Hede, die schwanger gewesen sein soll, 30 Jahre alt.

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Bei der Gedenkfeier am 2. November sprach Rabbiner Andy Steinman (im rechten Bild) das Kaddisch, das jüdische Totengebet für die Verstorbenen.

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Waltraud Beck (im rechten Bild links) hat für die „AG Geschichte und Erinnerung. Initiative zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus“ die Biografien von Carl und Hedwig Hartogsohn recherchiert.

Insgesamt wurden von der Initiative in Höchst und Nied am 1. und 2. November 2014 11 Stolpersteine verlegt.

Franz-Karl Klug, Pastoralreferent

Weiterführende Informationen

Auf der Homepage der Stadt Frankfurt finden Sie Informationen zu Stolpersteinen in Frankurt a. M., sowie Details zu allen bisher im Stadteil Höchst verlegten Stolpersteinen.

Ausführliche Beschreibung des Projekts Stolpersteine auf der Homepage des Künstlers Gunther Demning.

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