Stolpersteine im Frankfurter Westen

In diesem Jahr haben wir Stolpersteine in Sindlingen, Höchst und Griesheim verlegt.

Zwei Jugendliche verlegen einen Stolperstein

 

Am 7. Juli  um 16.00 Uhr in der Küferstraße 3 in Sindlingen für Erich Altmann.

Er war nicht politisch organisiert, verlieh seiner Antipathie gegen die Nazis auf seine Weise Ausdruck, indem er ihre Fahrzeuge nicht reparierte oder die Reparatur verzögerte. Er kam im Lager Gusen ums Leben.

Am 10. Juli um 16.00 Uhr in der Linkstraße 6  in Griesheim für Josef Rosenblum.

Er war als Jugendlicher während des 1. Weltkriegs aus Polen als Arbeiter ins Werk Griesheim gekommen. Er heiratete, wurde evangelisch und war, wenn man den Begriff Integration bemühen will, ein Musterbeispiel. Dies hat ihn nicht vor der Ermordung im KZ bewahrt.

 Anschließend, etwa gegen 16.30 Uhr,  in der unteren Rützelstraße 1 für Clara, Salomon und Käthe Baum. Dieser alteingesessenen jüdischen Familie wurde zuerst die Existenz vernichtet, dann wurden sie deportiert und ermordet.

Am 11. Juli um 11.00 Uhr in der Königsteiner Str.11-13 in Höchst für Manfred Stern (siehe Bild).

Er war Abteilungsleiter im Kaufhaus Schiff und wurde denunziert, weil er einer nichtjüdischen Kollegin eine Urlaubskarte geschickt hat. Die Anklage lautete auf „Rassenschande“. Er nahm sich im Gefängnis das Leben. Eine Schulklasse hat die Patenschaft für den Stein übernommen.

Am 17. Juli um 17.oo Uhr in der Hochmuhl 3 in Höchst für Franz Michalson. Er war bei den damaligen Farbwerken Betriebsingenieur und wurde, wie man heute sagen würde, gemoppt und schließlich mit fadenscheinigen  Begründungen pensioniert. Er hielt diesen Druck  nicht aus und nahm sich das Leben.